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Risiko: Erhöht

Die Doppel-Überweisung: Wie Kriminelle mit einer Masche zweifach abkassieren wollen

Kategorie: Verbraucherwarnungen · Veröffentlicht: 6.8.2026 · Zuletzt aktualisiert: 6.8.2026

Kurzfassung

Worum geht es? Betrüger locken mit einem gefälschten Online-Shop für Anhänger und Fahrräder zu auffällig günstigen Preisen. Nach der ersten Überweisung fordern sie per E-Mail zu einer zweiten Zahlung auf ein Privatkonto auf, angeblich wegen 'Problemen mit dem Banksystem'. Wer darauf eingeht, verliert in der Regel doppelt Geld, weil Überweisungen kaum rückbuchbar sind.
Wer ist betroffen? Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland.
Wie hoch ist das Risiko? Erhöht

Warum wird gewarnt?

Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Watchlist Internet beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.

So funktioniert die Betrugsmasche

  • Du stößt auf einen Online-Shop (z. B. ms-anhanger.at), der Anhänger oder Fahrräder weit unter Marktpreis anbietet.
  • Das Impressum sieht seriös aus, weil Daten eines echten, in Oberösterreich ansässigen Unternehmens übernommen wurden.
  • Du bestellst und bezahlst per Banküberweisung – andere Zahlungswege gibt es nicht.
  • Kurz danach erhältst du eine offiziell wirkende E-Mail: Es habe 'ein kleines Problem mit dem Banksystem' gegeben.
  • Du wirst gebeten, die soeben getätigte Überweisung zu stornieren und den Betrag auf das Konto einer Privatperson (z. B. 'stellvertretender Hauptbuchhalter') zu überweisen.
  • Durch den Zeitdruck und die Sorge um deine Bestellung führst du eine zweite Überweisung durch. Beide Beträge sind nun weg und praktisch nicht mehr zurückholbar.
  • Wird das Opfer misstrauisch und meldet sich, tauchen schnell weitere IBANs und neue Kontaktwege auf – die Betrüger weichen aus.

Woran erkennt man sie?

  • Die einzige angebotene Zahlungsart ist Banküberweisung – andere Optionen wie Kauf auf Rechnung oder Bezahldienste fehlen.
  • Nach der ersten Zahlung folgt eine E-Mail mit angeblichen 'Problemen mit dem Banksystem' und der Aufforderung, den Betrag zu stornieren und auf ein neues Konto zu überweisen.
  • Die Überweisung soll an eine Privatperson gehen, die als 'stellvertretender Hauptbuchhalter' oder Ähnliches bezeichnet wird, statt auf ein Firmenkonto.
  • Drängen auf 'Sofortüberweisungen', die sich nicht mehr zurückholen lassen.
  • Das Impressum ist von einem real existierenden, oberösterreichischen Unternehmen kopiert – passt aber nicht zur Domain oder zum Sortiment (z. B. Radfahrer-Logo bei einem Anhänger-Shop).
  • Die E-Mail-Adresse hat nichts mit dem Firmennamen zu tun, die angegebene Telefonnummer ist dauerhaft besetzt, Fotos wirken teils verschwommen und die Sprache springt zwischen Deutsch und Englisch.
  • Es werden mehrere deutsche IBANs genutzt, obwohl es sich um ein österreichisches Unternehmen handeln soll. Die Domain wurde erst kürzlich (laut Quelle: 11.07.2026) geändert.
  • Gewinn ohne Teilnahme oder „Gratis“-Angebot mit Datenabfrage

So schützt du dich

  • Überweise niemals ein zweites Mal, wenn du per E-Mail dazu aufgefordert wirst – kontaktiere den Shop stattdessen über die im Impressum genannten, unabhängig geprüften Kontaktdaten.
  • Wende dich sofort an deine Bank, schildere den Vorfall und frage, ob die Buchung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann.
  • Erstatte Anzeige bei der Polizei und sichere alle Beweise: Screenshots der Website, der E-Mails, des Chat-Verlaufs und der Kontoauszüge.
  • Sende keine Zahlungsnachweise oder persönliche Dokumente an unbekannte E-Mail-Adressen.
  • Prüfe Shops vor der Bestellung über unabhängige Quellen, etwa die Watchlist Internet oder die Verbraucherzentrale.
  • Achte auf rote Flaggen wie unseriöse Zahlungswege, fehlende Kontaktmöglichkeiten und stark abweichende Preise.

Was du auf keinen Fall tun solltest

  • Überweise kein Geld auf ein Konto einer Privatperson, wenn der Shop angeblich ein Unternehmen ist.
  • Lass dich von Begriffen wie 'Banksystemproblem' oder 'stellvertretender Hauptbuchhalter' nicht unter Druck setzen.
  • Tätige keine 'Sofortüberweisung', wenn es vermeintlich die einzige Zahlungsoption ist – besonders nicht bei unbekannten Shops.
  • Ignoriere verdächtige E-Mails nicht, sondern melde sie deiner Bank und der Polizei.
  • Verschicke keine Bestätigungen, Ausweiskopien oder Screenshots an Adressen, die nicht zum Shop passen.

Häufige Fragen

Muss ich die geforderte zweite Überweisung leisten?

Nein. Seriöse Firmen fordern dich nicht per E-Mail auf, Geld auf ein Privatkonto zu überweisen. Das ist ein klares Zeichen für Betrug. Wende dich stattdessen direkt an deine Bank.

Kann ich mein bereits überwiesenes Geld zurückbekommen?

Die Chance, überwiesene Beträge – vor allem Sofortüberweisungen – zurückzuholen, ist leider sehr gering. Trotzdem solltest du sofort deine Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten, da jede Stunde zählen kann.

Woher haben die Betrüger meine Daten?

Das Impressum und Teile der Firmendaten wurden von einem real existierenden Unternehmen kopiert. Deine persönlichen Daten stammen in der Regel aus deiner Bestellung im Fake-Shop oder aus allgemeinen Datenlecks im Internet.

Was passiert, wenn ich auf die E-Mail gar nicht reagiere?

Es passiert nichts weiter – die erste Überweisung bleibt aber leider meist verloren. Indem du nicht reagierst, verhinderst du zumindest den zweiten Verlust.

Woran erkenne ich diese Masche schon vor der ersten Zahlung?

Achte auf eine Kombination auffälliger Merkmale: nur Banküberweisung als Zahlungsoption, auffallend günstige Preise, mehrfach genannte oder wechselnde IBANs, dauerhaft besetzte Telefonnummern, unscharfe Bilder und ein nicht zum Sortiment passendes Impressum.

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Originalquelle

Weitere Informationen findest du in der Originalquelle.

Watchlist Internet ↗

Aktualisierungshistorie

  • 6.8.2026Warnung aus offizieller Quelle aufgenommen