Breite Betrugswellen: Trojaner- und Phishing-Attacken im Namen der WKO
Kurzfassung
Warum wird gewarnt?
Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Watchlist Internet beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.
So funktioniert die Betrugsmasche
- Die Kriminellen versenden E-Mails im Stil der WKO mit einem offiziell klingenden Absendernamen (z. B. 'WKO-Service', 'WKO Abrechnung').
- Als Vorwand dienen reale Themen wie die NIS-2-Richtlinie, die Einführung der ID Austria, die verpflichtende e-Rechnung, die Jahresendinformation 2026 oder die angeblich notwendige Prüfung veralteter Unternehmensdaten.
- Die Opfer werden unter Zeitdruck gesetzt: Fristen (z. B. bis 6. Oktober), drohende Konsequenzen (z. B. Ungültigkeit der Firmenbuch- oder UID-Nummer) oder wichtige Hinweise zum Jahreswechsel.
- Entweder soll ein Anhang geöffnet/ausgefüllt zurückgesendet werden – darin versteckt sich ein Trojaner, der Schadsoftware auf das Endgerät schleust.
- Oder die Opfer klicken auf einen Link bzw. öffnen ein HTML-Dokument und landen auf einer täuschend echten WKO-Login-Seite.
- Auf dieser Fake-Seite sollen WKO-Login-Daten eingegeben werden, die direkt bei den Kriminellen landen – einige Links auf der Seite führen allerdings echt zur WKO, um Vertrauen zu erwecken.
Woran erkennt man sie?
- Absendername klingt nach WKO, die tatsächliche Absenderadresse nutzt aber die Domain wko.com – die echte WKO-Domain ist wko.at.
- In der Signatur wird die Postadresse Wollzeile 14-18 in Wien genannt – dort hat die WKO keinen Sitz.
- Anrede ist generisch ('Sehr geehrte Damen und Herren') statt an ein konkretes Unternehmen gerichtet.
- Selbstbezeichnung 'Wirtschaftskammer Österreichs' mit einem 's' am Ende – unüblich, normalerweise ohne das s.
- Dokumente oder Links wirken hastig zusammengeschustert (z. B. unsinnige Datumsangaben wie Schließzeiten vom 24. September 2026 bis 1. Jänner 2026).
- Anhang ist ein HTML-Dokument oder eine ausführbare Datei, die auf eine externe Seite weiterleitet – und nicht direkt zur echten WKO-Seite (wko.at).
- Aufforderung, ein Formular im Anhang auszufüllen, zurückzusenden oder sich über einen Link einzuloggen – kombiniert mit Drohkulissen wie Fristen oder Konsequenzen für die UID-/Firmenbuchnummer.
- Unpersönliche Anrede und Zeitdruck
So schützt du dich
- Prüfe die echte Absender-Domain: Die WKO verwendet wko.at – alles andere (z. B. wko.com) ist verdächtig.
- Öffne keine Anhänge und klicke keine Links in unaufgeforderten Mails, die Dich zum Ausfüllen oder Einloggen auffordern – besonders nicht, wenn Fristen oder Drohungen im Spiel sind.
- Logge Dich nicht über einen Link aus einer Mail ein, sondern öffne die WKO-Seite manuell im Browser und prüfe dort, ob es tatsächlich eine Mitteilung gibt.
- Sichere Beweise: Mail inkl. Header-Daten und ggf. den Dateiungsort der Mail speichern (z. B. Screenshot, Export), bevor Du sie entfernst.
- Falls Du einen Anhang geöffnet oder Daten eingegeben hast: Trenne das Gerät vom Netz, ändere umgehend das WKO-Passwort und lass das Gerät auf Schadsoftware prüfen.
- Melde den Vorfall der Verbraucherzentrale und/oder der Polizei und informiere ggf. die WKO über deren offizielle Kontaktwege.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Anhänge in Mails im Namen der WKO nicht öffnen – erst recht nicht, wenn Du eine Funktion ausführen oder Daten zurücksenden sollst.
- Keine Login-Daten auf einer Seite eingeben, die Du über einen Link aus einer Mail erreicht hast – gib WKO-Zugangsdaten ausschließlich auf der Seite ein, die Du selbst über den Browser aufrufst.
- Nicht auf Zeitdruck oder Drohungen (z. B. Frist, Konsequenzen für die UID-Nummer) reagieren, indem Du ungeprüft Formulare zurücksendest oder Daten preisgibst.
- Nicht einfach zahlen oder bestätigen, wenn etwas 'geprüft' oder 'aktualisiert' werden soll – nur weil eine Mail es behauptet, stimmt es noch lange nicht.
- Keine Anweisungen aus der Mail am Telefon oder per Antwort-Mail bestätigen, ohne sie vorher über die offizielle WKO-Seite (wko.at) gegengecheckt zu haben.
Häufige Fragen
Muss ich auf die Mail reagieren, damit meine UID-Nummer oder Firmenbuchnummer gültig bleibt?
Nein. Die WKO verschickt solche Überprüfungen nicht per unaufgeforderter Mail mit Anhang oder Login-Aufforderung. Lass Dich nicht unter Druck setzen und klicke nichts an – prüfe stattdessen direkt auf der offiziellen WKO-Seite (wko.at), ob es tatsächlich eine Mitteilung gibt.
Wie erkenne ich, ob die Mail wirklich von der WKO kommt?
Achte auf die Absender-Domain: Die echte WKO nutzt Adressen mit wko.at. In den hier beschriebenen Fälschungen wird die Domain wko.com genutzt – das ist nicht die echte WKO. Auch die genannte Postadresse Wollzeile 14-18 in Wien ist nicht der Sitz der WKO.
Ist die e-Rechnung in Österreich wirklich verpflichtend?
Nach dem beschriebenen Sachstand ist die elektronische Rechnung in Österreich aktuell nur in einer Konstellation verpflichtend – nämlich bei Geschäften mit dem Bund. In allen anderen Fällen kann weiterhin die Papier-Rechnung genutzt werden. Eine pauschale Pflicht ist also kein Grund, Anhänge zu öffnen oder Daten preiszugeben.
Ich habe den Anhang geöffnet oder meine Login-Daten eingegeben – was nun?
Trenne das Gerät möglichst vom Internet, ändere umgehend Dein WKO-Passwort (am besten von einem sauberen Gerät aus) und lass das betroffene Gerät auf Schadsoftware prüfen. Sichere die Mail als Beweis und wende Dich an die Verbraucherzentrale oder die Polizei, um den Vorfall zu melden.
Woher haben die Kriminellen eigentlich meine Daten?
Das lässt sich aus der Warnung nicht sagen. Oft stammen solche Adressen aus früheren Datenlecks, aus öffentlich zugänglichen Firmenverzeichnissen oder werden einfach massenhaft an generische Adressen wie 'Sehr geehrte Damen und Herren' verschickt. Eine individuelle Zuordnung ist allein anhand dieser Warnung nicht möglich.
Betroffene Daten
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Originalquelle
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Watchlist Internet ↗Aktualisierungshistorie
- 9.10.2026Beschreibung aktualisiert
- 8.10.2026Warnung aus offizieller Quelle aufgenommen