Betrug in zwei Akten: Die nächste Runde im Klimabonus-Phishing
Kurzfassung
Warum wird gewarnt?
Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Watchlist Internet beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.
So funktioniert die Betrugsmasche
- Opfer erhalten eine Phishing-E-Mail im Namen des BMF mit dem Hinweis, dass ein Antrag auf den Klimabonus 2026 noch ausstehe und die Frist näherrücke.
- Die E-Mail verweist auf Beträge zwischen 145 und 400 Euro und fordert zur Aktualisierung der hinterlegten Kontodaten auf - ein Klick auf den Button führt auf das Fake-Portal klimabonusat.com.
- Auf dem nachgeahmten Portal werden umfangreiche persönliche Daten abgefragt: Vor- und Nachname, Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer.
- Anschließend werden die Bankverbindung mit Auswahl der Bank und Eingabe der IBAN erfasst, danach erscheint eine Erfolgsmeldung.
- Zur Verschleierung erfolgt eine Weiterleitung auf die echte Seite oesterreich.gv.at, um Seriosität vorzutäuschen.
- Einige Zeit später ruft jemand an und gibt sich als Bankberater:in der Hausbank aus - man habe einen unbefugten Zugriff auf das Konto bemerkt.
- Die Angerufenen werden am Telefon Schritt für Schritt durch Maßnahmen geführt und zur Übermittlung von Freigabe-Codes gedrängt, wodurch die Kriminellen erst Abbuchungen vom Konto ermöglichen.
Woran erkennt man sie?
- Die Absenderadresse der E-Mail passt nicht zum österreichischen Bundesministerium für Finanzen (BMF).
- Das Fake-Portal nutzt die Domain klimabonusat.com statt der echten Domain klimabonus.gv.at - diese Domain wurde laut Quelle erst am 30.09.2026 registriert.
- Im Impressum des Fake-Portals wird eine Firma namens 'Klimabonus Service GmbH' mit angeblicher Firmenbuchnummer und UID-Nummer genannt, die nicht existieren bzw. ungültig sind.
- Als Kontaktdaten werden eine deutsche Telefonnummer mit Vorwahl +49 und eine E-Mail-Adresse mit deutscher Domain angegeben - unpassend für ein angebliches Angebot österreichischer Behörden.
- Der Klimabonus wurde bereits mit Jahresende 2024 eingestellt - es gibt keine neuen Auszahlungsrunden mehr.
- Unpersönliche Anrede und Zeitdruck
- Link auf eine externe Anmeldeseite
- Rechtschreib- oder Grammatikfehler, abweichende Absenderadresse
So schützt du dich
- E-Mails mit Links zu Behördenangeboten immer über die bekannte offizielle Adresse (z. B. direkt klimabonus.gv.at im Browser eintippen) prüfen statt über den Link in der Mail zu gehen.
- Persönliche Daten wie Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum oder IBAN niemals auf unbekannten Webseiten eingeben - besonders nicht über Links aus E-Mails.
- Bei einem Anruf angeblicher Bankberater:innen sofort auflegen und Ihre Bank selbst über die offizielle Telefonnummer auf dem Karten- oder Kontoauszug kontaktieren.
- Falls Sie bereits Freigabe-Codes weitergegeben haben, unverzüglich Ihre Bank informieren, damit Überweisungen möglicherweise noch gestoppt werden können.
- Falls Sie Onlinebanking-Zugangsdaten weitergegeben haben, ändern Sie sofort das Passwort und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
- Lassen Sie sich bei Unsicherheit von einer Verbraucherzentrale beraten.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Nicht auf Links in E-Mails klicken, die zu Klimabonus- oder BMF-Angeboten führen - geben Sie Adressen immer manuell ein.
- Keine Sozialversicherungsnummer, Geburtsdaten, Adressdaten oder Bankdaten auf unbekannten Portalen eintragen.
- Am Telefon keine Freigabe-Codes, TANs oder Onlinebanking-Zugangsdaten an Anrufer:innen weitergeben - echte Banken fordern diese niemals am Telefon.
- Sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen - Kriminelle nutzen bewusst Drohungen wie angeblich 'unbefugten Kontozugriff', um schnelles Handeln zu erzwingen.
- Nicht eigenständig 'Schadensbegrenzungs-Überweisungen' durchführen, weil Sie jemand am Telefon darum bittet.
Häufige Fragen
Gibt es den Klimabonus überhaupt noch?
Nein, der Klimabonus wurde mit Jahresende 2024 eingestellt. Ansprüche aus den Jahren 2022 bis 2024 können noch bis 31.12.2027 geltend gemacht werden - ausschließlich über die offizielle Domain klimabonus.gv.at. Jede E-Mail, die einen Klimabonus 2026 verspricht, ist Betrug.
Ich habe meine Daten bereits in das Formular eingetragen - was muss ich tun?
Es besteht noch keine direkte Gefahr für Ihr Konto, weil keine Onlinebanking-Zugangsdaten abgefragt wurden. Bleiben Sie aber wachsam: Die Kriminellen werden Sie wahrscheinlich in den nächsten Tagen als angebliche Bankberater:innen anrufen. Beenden Sie solche Anrufe sofort und kontaktieren Sie Ihre Bank über die offiziellen Kanäle.
Woran erkenne ich die echte Seite?
Die echte Antragsstelle erreichen Sie ausschließlich über die Domain klimabonus.gv.at. Andere Schreibweisen wie klimabonusat.com oder ähnliche Domains sind gefälscht. Achten Sie immer genau auf die Schreibweise der Adresse in der Browserzeile.
Was passiert, wenn ich einen Freigabe-Code am Telefon weitergegeben habe?
Dann haben Sie den Kriminellen ermöglicht, Überweisungen von Ihrem Konto durchzuführen. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank über die offizielle Telefonnummer und schildern Sie die Situation. Möglicherweise lassen sich die Transfers noch stoppen. Erstatten Sie zusätzlich Anzeige bei der Polizei.
Was mache ich, wenn ich mir unsicher bin, ob eine E-Mail echt ist?
Öffnen Sie keinen Link aus der E-Mail, sondern rufen Sie die offizielle Seite manuell im Browser auf. Im Zweifel können Sie sich an Ihre Verbraucherzentrale oder direkt an das Finanzministerium wenden, um die Echtheit zu prüfen.
Betroffene Daten
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Originalquelle
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Watchlist Internet ↗Aktualisierungshistorie
- 10.10.2026Beschreibung aktualisiert
- 8.10.2026Warnung aus offizieller Quelle aufgenommen