Falsche Rechnungen und Chatpartner bei ZumDaten, MichVerlieben & Co.
Kurzfassung
Warum wird gewarnt?
Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Watchlist Internet beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.
So funktioniert die Betrugsmasche
- Du bekommst eine Rechnung über mehrere hundert Euro von einer Datingplattform wie zumdaten.com oder michverlieben.com.
- Die Rechnung enthält angeblich echte Kundendaten, um seriös zu wirken – viele Empfänger:innen haben sich dort aber nie registriert.
- Die Forderungen werden massenhaft verschickt; die Täter setzen darauf, dass ein Teil aus Unsicherheit zahlt.
- Wer sich tatsächlich auf der Plattform registriert hat, bekommt schnell Nachrichten, die echtes Interesse suggerieren.
- Nach zwei kostenlosen Nachrichten ist Schluss – weiterchatten geht nur über den Kauf von Coins.
- Wer Coins kauft, stellt erst beim Blick in die AGB fest, dass die Gespräche von bezahltem Personal der Plattform geführt werden und es keine echten Interessent:innen sind.
- Bei Nichtzahlung folgen Mahnungen oder Drohungen durch Inkassobüros, um Betroffene doch noch zur Zahlung zu bewegen.
Woran erkennt man sie?
- Du erhältst eine Rechnung oder Mahnung von einer Datingplattform, bei der du dich nach deinem Wissen nie angemeldet hast.
- Die Rechnung enthält angebliche Kundennummern, Anmeldedaten oder Rechnungsnummern, die du nicht kennst.
- Nach nur zwei kostenlosen Nachrichten sollst du Coins kaufen, um weiter chatten zu können.
- Die Coins sind teuer – im Quelltext werden rund 20 Euro für etwa 30 Nachrichten genannt.
- Die AGB der Plattform beschreiben das Angebot als reine Unterhaltungsplattform mit fiktiven Gesprächen durch eigens dafür bezahlte Chat-Partner:innen – und nicht als Datingbörse mit echten Kontakten.
- Es gehen Drohungen oder Mahnungen von Inkassobüros ein, obwohl du keinen Vertrag abgeschlossen hast.
- Gewinn ohne Teilnahme oder „Gratis“-Angebot mit Datenabfrage
- Vorauszahlung für „Gebühren/Steuern“ gefordert
So schützt du dich
- Bezahle nicht, wenn du nachweislich kein Abo abgeschlossen hast – eine Forderung ohne Vertrag ist nicht rechtens.
- Widersprich der Forderung schriftlich (per Brief oder E-Mail) und hebe eine Kopie auf.
- Sichere alle Beweise: Rechnungen, E-Mails, Mahnungen, Screenshots der AGB und der Webseite.
- Lass dich von Inkasso-Schreiben nicht einschüchtern – Inkassobüros sind keine staatlichen Stellen und haben keine besonderen Befugnisse.
- Wende dich an eine Verbraucherzentrale, bevor du zahlst – auch wenn du tatsächlich registriert warst und Coins gekauft hast.
- Reagiere erst, wenn ein offizielles Schreiben eines Gerichts zugestellt wird; nur dann besteht echter Handlungsbedarf.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Zahle nicht vorschnell aus Unsicherheit oder Angst vor Konsequenzen.
- Lass dich nicht von Drohungen mit Pfändung, Gerichtsvollzieher oder Inkasso unter Druck setzen.
- Kaufe keine Coins oder Mitgliedschaften, ohne vorher die AGB und das Kleingedruckte zu lesen.
- Gib keine weiteren persönlichen Daten, Bank- oder Kreditkartendaten an die Plattform oder vermeintliche Inkassostellen heraus.
- Reagiere nicht übereilt auf Mahnungen, sondern hole dir zuerst Rat bei einer Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Ich habe nie ein Konto bei der Plattform eröffnet – muss ich trotzdem zahlen?
Nein. Ohne bewussten Vertragsabschluss schuldest du nichts. Ein kostenpflichtiger Vertrag kommt nur zustande, wenn du dich selbst zu einer Zahlung verpflichtet hast.
Was passiert, wenn ich auf die Rechnung gar nicht reagiere?
Solange kein gerichtliches Schreiben zugestellt wird, passiert in der Regel nichts. Weitere Mahnungen vom selben Anbieter oder von Inkassobüros sind ohne gültigen Vertrag nicht durchsetzbar.
Woher haben die meine Daten, wenn ich mich nie angemeldet habe?
Das lässt sich oft nicht eindeutig klären. Daten können aus Datenlecks, gekauften Adresslisten oder einfach erratenen/generierten Angaben stammen. Die Quelltext-Warnung weist darauf hin, dass die Forderungen offenbar massenhaft und ohne echte Vertragsbasis verschickt werden.
Ich habe mich tatsächlich registriert und Coins gekauft – was kann ich tun?
Wenn die AGB verschleiern, dass die Chat-Partner:innen bezahltes Personal sind, kann der Vertrag rechtlich problematisch sein. Lass dich vor einer Zahlung unbedingt bei einer Verbraucherzentrale beraten.
Ein Inkassobüro droht mir – kann mir wirklich etwas passieren?
Inkassobüros sind keine staatlichen Stellen und haben keine besonderen Befugnisse. Pfändung oder ein Gerichtsvollzieher drohen erst, wenn ein gerichtliches Schreiben kommt – und das braucht einen gültigen Vertrag als Grundlage.
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Originalquelle
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Watchlist Internet ↗Aktualisierungshistorie
- 22.7.2026Beschreibung aktualisiert
- 13.7.2026Warnung aus offizieller Quelle aufgenommen