Abofallen & versteckte Kosten
Kurzfassung
Warum wird gewarnt?
Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Verbraucherzentrale beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.
So funktioniert die Betrugsmasche
- Verbraucher:innen werden mit attraktiven Angeboten, Gratis-Tests oder Filtern auf eine Webseite gelockt.
- Beim Buchen oder Anmelden werden Kosten verschleiert, etwa durch winzige Häkchen, vorausgewählte Zusatzleistungen oder versteckte Gebühren.
- Im Kleingedruckten oder in den AGB wird ein Abo oder eine wiederkehrende Zahlung versteckt, die erst bei der nächsten Abrechnung auffällt.
- Eine Kündigung wird bewusst erschwert, etwa durch fehlende, unauffindbare oder manipulierte Buttons.
- Berechtigte Kündigungen werden ignoriert oder verzögert, sodass weitere Zahlungen anfallen.
- Mahnschreiben oder Inkasso-Forderungen setzen Betroffene unter Druck, die unrechtmäßige Forderung doch zu bezahlen.
Woran erkennt man sie?
- Kündigungsbutton ist schwer auffindbar oder enthält irreführende Zusatzhinweise (z. B. Hinweis auf Vertragspause statt klare Kündigung)
- Online-Filter funktionieren nicht wie versprochen (z. B. Doctolib: trotz Filter für Kassenpatient:innen zeigte ein Marktcheck mehr als jeden dritten Termin als Selbstzahlung)
- Zusätzliche Gebühren tauchen erst auf der Rechnung auf, ohne vorher klar erkennbar zu sein (z. B. unzulässige Printgebühr in Energieabrechnungen von Voxenergie und Nowenergy)
- Spiele oder Apps verleiten zu wiederholten Käufen ohne klare Übersicht (Lootboxen)
- Verträge werden im Kleingedruckten, bei der Buchung oder bei Pflegeleistungen 'untergeschoben', ohne dass bewusst unterschrieben wurde
- Anbieter drängen mit Countdowns, aggressiver Werbung oder fragwürdigen Coachings zu schnellen Abschlüssen
- „Gratis“-Angebot mit Zahlungsdaten-Abfrage
- Versteckte Vertragslaufzeit / Folgekosten
So schützt du dich
- Vor Vertragsschluss die AGB, das Kleingedruckte und die Widerrufsbelehrung lesen und einen Screenshot davon anfertigen.
- Belege sichern: Buchungsbestätigungen, Rechnungen, E-Mails und den Stand der Filter- oder Kündigungsfunktion speichern.
- Den Kündigungsbutton genau prüfen und die Kündigung nachvollziehbar dokumentieren (Datum, Uhrzeit, Screenshot).
- Mit dem Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale unbekannte Shops vor einer Bestellung überprüfen.
- Bei unrechtmäßigen Forderungen nicht einfach zahlen, sondern schriftlich widersprechen und gegebenenfalls einen Musterbrief der Verbraucherzentrale nutzen.
- Probleme über das Beschwerde-Formular der Verbraucherzentrale melden oder eine Beratung vor Ort, telefonisch oder online in Anspruch nehmen.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Unberechtigte Forderungen aus Angst vor Mahngebühren oder Inkasso sofort bezahlen.
- Auf zweifelhafte Links in Mahn-E-Mails klicken oder persönliche Daten preisgeben.
- Ohne Prüfung Vertragsverlängerungen oder 'Pausen'-Angebote akzeptieren, die eine echte Kündigung verhindern.
- Vorschnell persönliche Daten, Ausweis-Kopien oder Zahlungsdaten an unbekannte Anbieter übermitteln.
Häufige Fragen
Muss ich eine Forderung aus einer Abofalle bezahlen?
Nicht automatisch. Gerichte haben bereits mehrfach unzulässige Gebühren oder erschwerte Kündigungen als rechtswidrig eingestuft (z. B. die Printgebühr von Voxenergie und Nowenergy). Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Forderung und lassen Sie sich im Zweifel bei Ihrer Verbraucherzentrale beraten.
Was kann ich tun, wenn der Kündigungsbutton fehlt oder nicht funktioniert?
Sichern Sie Beweise per Screenshot, kündigen Sie schriftlich (z. B. per Einschreiben) zusätzlich und nutzen Sie die Musterbriefe der Verbraucherzentrale. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass irreführende Kündigungsbuttons nicht zulässig sind.
Woher haben die Anbieter meine Daten?
Oft stammen die Daten aus früheren Bestellungen, Gewinnspielen, Datenlecks oder dem Weiterverkauf durch unseriöse Adresshändler. Es ist daher sinnvoll, sparsam mit persönlichen Daten umzugehen und bei unerwarteten Forderungen nachzufragen, auf welcher Grundlage der Vertrag zustande kam.
Was passiert, wenn ich auf eine Mahnung nicht reagiere?
Schweigen allein hilft selten. Prüfen Sie jedoch zuerst, ob die Forderung überhaupt berechtigt ist, bevor Sie zahlen. Im Zweifel helfen die Verbraucherzentralen weiter, eine passende Antwort zu formulieren.
Kann ich mich gegen Lootboxen oder unseriöse Finanz-Coachings wehren?
Ja. Die Verbraucherzentralen sammeln aktuell Erfahrungen von Betroffenen, um gegen unfaire Mechaniken in Spielen und unseriöse Angebote von Finanz-Coachings und Trading-Akademien vorzugehen. Melden Sie Ihre Erfahrungen über das Beschwerde-Formular.
Betroffene Daten
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- 22.7.2026Beschreibung aktualisiert, Merkmale ergänzt