Phishing-Welle im Namen des Finanzministeriums nutzt Familienbeihilfe als Köder
Kurzfassung
Warum wird gewarnt?
Diese Warnung wurde aufgenommen, weil sie auf einer Meldung von Watchlist Internet beruht. Sie soll andere Nutzerinnen und Nutzer vor dieser Betrugsmasche schützen. Das eingestufte Risiko ist erhöht.
So funktioniert die Betrugsmasche
- Du erhältst eine E-Mail, die scheinbar vom Bundesministerium für Finanzen stammt und vor Datenmissbrauch bei Familienbeihilfe-Auszahlungen warnt.
- Die Nachricht behauptet, in einigen Fällen sei die Familienbeihilfe auf fremde Konten umgeleitet worden, weshalb Berechtigte ihr Geld nicht erhalten hätten.
- Du sollst unter Zeitdruck (Frist: Ende der Woche) einen Link wie 'Jetzt Daten überprüfen und sichern' anklicken.
- Auf dem gefälschten Portal gibst du persönliche Daten ein: Vor- und Nachname, E-Mail, Geburtsdatum, Telefonnummer und Adresse.
- Danach wählst du deine Bank aus einem Drop-Down-Menü aus, woraufhin sich ein täuschend echt aussehendes Bank-Login-Fenster öffnet.
- In dieses Fenster gibst du deine Onlinebanking-Logindaten ein – und die landen direkt bei den Kriminellen.
- Kurz danach kann sich eine zweite Betrugswelle anschließen (sogenannter 'Recovery Scam'): Angebliche Bankmitarbeiter:innen rufen an und bieten Hilfe bei der 'Rückholung' der Beträge an, um weiter Geld abzuziehen.
Woran erkennt man sie?
- Die E-Mail stammt angeblich vom Bundesministerium für Finanzen, wurde aber über gehackte Firmenserver versendet (z.B. @hirespace-sso.com, @nanomed-sso.com, @excelfixer-sso.com).
- Das vermeintliche Prüfportal hat die Domain finanzamt-familienbeihilfe-at.com – das ist keine offizielle Behörden-Domain und wurde erst am 18. August in Belgien registriert.
- Du sollst persönliche Daten und am Ende deine Onlinebanking-Zugangsdaten auf einer Seite eingeben, die über einen Link in der E-Mail aufgerufen wird.
- Es wird mit dem Verlust künftiger Familienbeihilfe-Auszahlungen gedroht, wenn die 'Überprüfung' nicht bis Ende der Woche erfolgt.
- Echte Ministerien oder Behörden versenden keine E-Mails mit direkten Links zu externen Prüfportalen.
- Du wirst nicht persönlich angesprochen, sondern mit allgemeiner Anrede ('Liebe Nutzerin, lieber Nutzer') bombardiert.
- Die Texte existieren in leicht abgewandelten Varianten – die Masche und die Absicht sind aber immer identisch.
- Unpersönliche Anrede und Zeitdruck
So schützt du dich
- Klicke den Link in der E-Mail nicht an und öffne die Seite stattdessen manuell im Browser, indem du FinanzOnline selbst aufrufst (nicht über den Link).
- Gib nirgends Onlinebanking-Logindaten auf Seiten ein, die du über einen E-Mail-Link erreicht hast – echte Banken fordern das nicht per E-Mail.
- Hast du Daten eingegeben: Kontaktiere sofort deine Bank, schildere den Vorfall und bitte, dein Konto zu sperren.
- Ändere unverzüglich dein Onlinebanking-Passwort und beobachte dein Konto in den nächsten Tagen genau.
- Erstatte Anzeige bei der Polizei und sammle alle Beweise (E-Mail, Screenshots, Zeitpunkte).
- Bleib wachsam gegenüber Folgeanrufen angeblicher Bankmitarbeiter:innen, die dir 'helfen' wollen – das ist meist eine zweite Betrugsmasche.
Was du auf keinen Fall tun solltest
- Klicke nicht auf den Link in der E-Mail und lade keine Anhänge herunter.
- Gib keine Onlinebanking-Zugangsdaten, Passwörter oder PINs auf Portalen ein, die du über Links aus E-Mails aufgerufen hast.
- Lass dich nicht unter Zeitdruck setzen – echte Behörden drohen nicht mit Fristen per E-Mail.
- Überweise kein Geld an angebliche Bankmitarbeiter:innen, die sich nach dem Vorfall telefonisch melden, um angeblich 'Schadensbegrenzung' zu betreiben.
- Antworte nicht auf die Phishing-E-Mail und gib am Telefon keine weiteren Daten heraus.
Häufige Fragen
Muss ich tatsächlich mit ausbleibender Familienbeihilfe rechnen, wenn ich nicht reagiere?
Nein. Das ist eine klassische Drohung, um dich unter Zeitdruck zum Klicken zu bringen. Echte Behörden verschicken keine Droh-Mails mit Links und keine Fristen per E-Mail. Wenn du unsicher bist, logge dich direkt auf FinanzOnline ein und prüfe, ob dort eine Nachricht wartet.
Woher haben die Betrüger:innen meine E-Mail-Adresse und persönliche Daten?
Das lässt sich nicht eindeutig sagen. E-Mail-Adressen und persönliche Daten kursieren häufig aus alten Datenlecks. Es bedeutet nicht, dass die Behörde deine Daten weitergegeben hat. Betroffen sind oft Personen, deren Daten irgendwo im Netz aufgetaucht sind.
Ich habe meine Daten und Onlinebanking-Logindaten bereits eingegeben – was muss ich jetzt tun?
Kontaktiere sofort deine Bank, schildere den Vorfall und bitte um Kontosperrung. Ändere dein Onlinebanking-Passwort, beobachte dein Konto genau und melde jede ungewöhnliche Bewegung sofort. Erstatte Anzeige bei der Polizei und sichere alle Beweise (E-Mail, Links, Screenshots, Zeitangaben).
Wie kann ich eine echte Nachricht vom Finanzministerium von einer Fälschung unterscheiden?
Prüfe die Absenderadresse genau (offizielle Domains enden auf bmf.gv.at, nicht auf hirespace-sso.com u.ä.). Klicke nie Links in E-Mails an, sondern rufe die offizielle Seite selbst auf. Echte Behörden fordern niemals Onlinebanking-Zugangsdaten per E-Mail.
Was ist dieser 'Recovery Scam' und wie erkenne ich ihn?
Kurz nach Phishing-Vorfällen rufen oft angebliche Bankmitarbeiter:innen an und bieten an, verlorenes Geld 'zurückzuholen'. Das ist eine zweite Betrugsmasche. Echte Banken melden sich nicht unaufgefordert so, fordern keine Zahlungen und verlangen keine zusätzlichen Daten am Telefon. Im Zweifel selbst bei der Bank anrufen – über die offizielle Nummer.
Betroffene Daten
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Originalquelle
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Watchlist Internet ↗Aktualisierungshistorie
- 21.8.2026Beschreibung aktualisiert
- 20.8.2026Warnung aus offizieller Quelle aufgenommen